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Interview
MG

Moyi Gao - DAAD-Preisträgerin 2020 und Deutschlandstipendiatin

4. August 2021
Moyi Gao studiert Mechatronik an der Hochschule Bochum im sechsten Semester. Sie ist als internationale Studierende im Jahr 2017 aus China zum Studium nach Deutschland gekommen. 2020 hat sie den DAAD-Preis für internationale Studierende erhalten. Seit anderthalb Jahren ist sie außerdem Deutschlandstipendiatin.

Was ist der DAAD-Preis?

Das ist ein Preis des Deutschen Akademischen Austauschdienstes, der sehr guten und engagierten internationalen Studierenden an deutschen Hochschulen verliehen wird. Man bekommt dabei einmalig 1000 Euro.

Wie bist Du auf den Preis aufmerksam geworden?

Durch eine E-Mail des International Office meiner Hochschule. Das war das erste Mal, dass ich vom DAAD-Preis gehört habe. Ich hatte mich dann beworben, da ich gute Leistungen im Studium hatte. Ich wollte es einfach mal ausprobieren. Leider hat es beim ersten Mal nicht geklappt. 2020 bekam ich wieder eine E-Mail vom International Office mit einem Hinweis auf den Preis. Da habe ich lange überlegt, ob ich mich noch einmal bewerben soll. Meine Professorin hat mich dann ermutigt, mich noch einmal zu bewerben. Und dann habe ich mir gedacht:  Ja, warum nicht? Eine finanzielle Unterstützung könnte meine Lebensqualität verbessern und ein Preis wäre auch etwas für den Lebenslauf.

Wie lief die Bewerbung ab?

Bei dem ersten Mal hatte ich einen anderen Professor gefragt, ob er ein Empfehlungsschreiben für mich schreiben könnte. Er hat sofort zugesagt und es angefertigt. Mein Motivationsschreiben habe ich damals sehr schnell runtergeschrieben und nicht nochmal von anderen korrigieren lassen. Leider wurde ich nicht ausgewählt. Beim zweiten Mal habe ich das Motivationsschreiben von mehreren Personen korrigieren lassen. Das Empfehlungsschreiben hatte diesmal meine Professorin für mich geschrieben. Auch die benötigten Unterlagen bin ich mit ihr noch einmal durchgegangen. Schließlich habe ich den Preis bekommen.

Was war für die Bewerbung wichtig?

  1. Gute Leistungen im Studium,
  2. sich neben dem Studium zu engagieren,
  3. die Bewerbungsunterlagen ordentlich vorzubereiten und sauber einzuscannen.

Bei dem ersten Mal, als ich mich beworben habe, hatte ich mich zu diesem Zeitpunkt auf der einen Seite voll auf das Lernen der deutschen Sprache und das Studium konzentriert. Auf der anderen Seite hatte ich mich nicht getraut, mich neben dem Studium zu engagieren. Dabei ist das ein sehr wichtiges Kriterium für die Bewerbung.

Du engagierst Dich inzwischen aber neben Deinem Studium. Was machst Du genau?

Seit Ende 2019 bin ich in der Fachschaft Mechatronik und Maschinenbau aktiv. Zu Beginn der Corona-Zeit haben wir einen Moodle-Kurs mit Tipps zum Studium erstellt, momentan organisieren wir einen Spieleabend. Neben der Organisation des Moodle-Kurses bin ich zusammen mit einem anderen Studenten für die Finanzen der Fachschaft zuständig.  Durch die Fachschaftsarbeit habe ich mich auch über die Gremien der Hochschule informiert. Nun bin ich seit 2020 zusätzlich als studentische Vertreterin in den Studienbeirat des Fachbereiches Mechatronik und Maschinenbau gewählt worden. Genauso beteilige ich mich seit 2020 als Mitglied des Kuratoriums in der qed-Stiftung. Das ist eine Stiftung an unserer Hochschule, die unter anderem Stipendien vergibt. In den Sitzungen geht es beispielsweise darum, wie und welche Studierende von der Stiftung unterstützt werden oder ob Frauen im technischen Bereich besonders unterstützt werden sollen. Als Teil des Kuratoriums hat man die Möglichkeit, Vorschläge zu machen und mitzubestimmen.

Inwiefern sind der DAAD-Preis und Dein Stipendium ein Mehrwert für Dein Studium?

Die finanzielle Unterstützung hilft mir bei meinem Leben und Studium in Deutschland. Auch für den Lebenslauf ist es schön, denn dieser ist wichtig für den Einstieg in das Berufsleben. Ein Stipendium und ein Förderpreis wirken da bestimmt gut. Durch die Stipendien bin ich motivierter und selbstbewusster geworden. Außerdem habe ich durch beides mehr Kontakt zu Professor*innen, Mitarbeiter*innen und Studierenden der Hochschule gewonnen.

Was bedeutet die Förderung für Dich als internationale Studierende?

Für mich ist es eine starke Bestätigung für meine Entscheidung, in Deutschland zu studieren. Was mir bei meinem Studium in Deutschland sehr gefällt ist, dass die Meinungen der Studierenden sehr stark berücksichtigt werden. Die Studierenden haben die Möglichkeiten sich an der Gestaltung des Studiums zu beteiligen.

Was gibst Du den Stipendieninteressierten im Ruhrgebiet mit auf den Weg?

Ich weiß, sehr viele Studierende trauen sich nicht, sich zu bewerben, da sie glauben, nicht so perfekte Leistungen zu haben. Mein Rat ist: Einfach machen! Ihr habt nichts zu verlieren, einfach mal ausprobieren. Wenn ihr keine Top-Leistungen im Studium habt, dann zeigt mehr euer Engagement. Ein überzeugendes Anschreiben spielt eine wichtige Rolle in der Bewerbung.

Weitere Informationen:

Bild: Rosina Macri