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Stipendienkultur stärken! Eine Werkstatt für die Hochschulregion Ruhr

Dokumentation zur digitalen Veranstaltung am 10. November 2020

Am 10. November 2020 trafen sich im Rahmen der Werkstatt „Stipendienkultur stärken“ Projektbeteiligte der Hochschulen und von RuhrFutur, Vertreter*innen von Hochschulen, Förderwerken sowie aktuelle und ehemalige Stipendiat*innen im digitalen Raum, um über individuelle Erfahrungen und solche aus der institutionellen Praxis zu berichten sowie über Gestaltungsspielräume und Chancen von Stipendien zu diskutieren. Zwei zentrale Aspekte zogen sich dabei wie ein roter Faden durch das abwechslungsreiche Programm: Ermutigung und Diversität. 

Ein Blick hinter die Kulissen der Werkstatt
Ein Blick hinter die Kulissen

 

 

 

Wie können wir die Stipendienkultur stärken? Welche besonderen Herausforderungen, aber auch Potenziale hat die Region Ruhr in dieser Hinsicht? Welchen Beitrag können Mitarbeiter*innen aus Hochschulverwaltung und Wissenschaft dazu leisten? Bei diesen und ähnlichen Fragen helfen Gespräche unter Gleichgesinnten am besten weiter. Dazu boten RuhrFutur und sieben Partnerhochschulen ein abwechslungsreiches und informatives Angebot aus Interview- und Workshop-Formaten, für die sich knapp 200 Teilnehmer*innen über die Veranstaltungs-App mit mehreren interaktiven Features registriert hatten. Nachfolgend ein kurzer Rückblick auf die Veranstaltung am 10. November 2020.

Stipendien als Ermutigung zu selbstbestimmten Bildungswegen

In klaren Worten erläuterte Dr. Annette Julius, Generalsekretärin der Studienstiftung des deutschen Volkes, die Vorteile eines Stipendiums sowie das Prozedere einer Bewerbung und die aktuelle Lage des Stipendienwesens im Ruhrgebiet. 

Keynote - "Mehr als nur Cash" - Dr. Annette Julius (PDF 15,7 MB)

Im Anschluss an diesen spannenden Vortrag, an welchem sich auch die Teilnehmer*innen durch Fragen und Anregungen zahlreich beteiligten, tauschten sich Herr Dr. Oliver Döhrmann, Geschäftsführer der RuhrFutur gGmbH und Frau Dr. Annette Julius zur Stärkung der Stipendienkultur im Ruhrgebiet aus. Eingespielte Videoclips zeigten dabei die Besonderheiten des Ruhrgebiets hinsichtlich der Hochschullandschaft, der Studierenden sowie mit Blick auf Stipendien auf und lieferten Anknüpfungspunkte für die Diskussion . 

 
 

Julia Balke zur Hochschullandschaft Ruhrgebiet


Dr. Markus Küpker zur Studierendenbefragung


Zur Anzeige im Vollbild klicken Sie auf das Icon in der rechten unteren Ecke des jeweiligen Videos.

Studieren mit Stipendium: Austausch mit aktuellen und ehemaligen Stipendiat*innen

Im weiteren Verlauf der Veranstaltung bat Armin Himmelrath als Moderator mehrere Interviewgäste zu sich: Professor Dierk Borstel (Vertrauensdozent der Hans-Böckler-Stiftung) und Nursel Kara (Stipendiatin der Hans-Böckler-Stiftung), Aie Al Khaiat-Gornig (Stipendiatin des Avicenna Studienwerks und Start-Up-Gründerin) und Bilal Erkin (Gründer und Inhaber der Agentur Erkin Digital) sowie Birand Bingül (Leiter der ARD-Kommunikation und ehemaliger Stipendiat). Alle schilderten aus unterschiedlichen Perspektiven ihre persönlichen Erfahrungen im Bewerbungsprozess und aus dem Studium mit Stipendium. 

Dr. Frank Wissing (Ruhr-Universität Bochum) zur Rolle der Zuwanderungsgeschichte


Julia Eßlinger (Westfälische Hochschule) zu den Hürden bei der Stipendienbewerbung


weitere interessante Fakten aus der Studierendenbefragung (Videos öffnen in neuem Fenster)

Dr. Frank Wissing zur Bewerbungsituation im Ruhrgebiet VIDEO
Dr. Frank Wissing zur Bedeutung des Bildungshintergrunds VIDEO

Julia Eßlinger zu den Hürden bei der Stipendienbewerbung - Teil 1 - VIDEO
Julia Eßlinger zu den Hürden bei der Stipendienbewerbung - Teil 2 - VIDEO

Praxisnaher Austausch in Workshops 

Praxisnah und authentisch ging es auch im zweiten Teil der Veranstaltung weiter, bei dem die Teilnehmer*innen sich nach eigenem Interesse an den interaktiven Workshops beteiligten und später noch einmal die ersten Zwischenergebnisse in hochschulinternen Runden diskutierten.

Workshop 1: 1000 GUTE GRÜNDE! AUF DEM WEG ZU EINER GELEBTEN STIPENDIENKULTUR: WAS BISHER GESCHAH
- Sonja Dieckmann, Studien- und Stipendienberaterin, Hochschule Bochum
- Katja Hensel, Studien- und Stipendienberaterin und Projektmanagerin Stipendienkultur Ruhr, Fachhochschule Dortmund

Ergebnis-PDF (3MB)

Workshop 2: WE WANT YOU! WIE ERREICHE ICH STUDIERENDE MIT DEM THEMA STIPENDIEN?
- Jelena Jojevic, Talentscout, Ruhr-Universität Bochum
- Jennifer Rudolph, Studien- und Stipendienberaterin, Hochschule Ruhr-West

Ergebnis-PDF (1,1MB)

Workshop 3: GEMEINSAM WIRKEN: STIPENDIENKULTUR IN DER FAKULTÄT ENTWICKELN
- Ulrike Magarin, Talentscout und Projektkoordinatorin Stipendienkultur Ruhr, Technische Universität Dortmund
- Paul Spiegelberg, Studien- und Stipendienberater, Hochschule Bochum

Ergebnis-PDF (2,7MB)

Workshop 4: EINE STIPENDIENKULTUR AN MEINER HOCHSCHULE LANGFRISTIG ETABLIEREN
- Laura Estner, Talentscout, Westfälische Hochschule
- Stefanie Strozyk, Koordinatorin Talentscouting und Stipendienkultur Ruhr, Westfälische Hochschule
- Jina Joseph Vazhavelil, Projektmitarbeiterin Stipendienkultur Ruhr, Universität Duisburg-Essen

Ergebnis-PDF (122 KB)

Erkenntnisse und Ausblick der Werkstatt

 „Wir wollen eine Kultur der Stipendien sowohl bei den Studierenden als auch bei den Hochschulmitarbeitenden verankern. Den Begriff „Kultur“ haben wir bewusst gewählt, denn es ist davon auszugehen, dass ein langfristiger Bewusstseinswandel in den relevanten Institutionen erforderlich ist, um dieses Ziel zu erreichen“, meint Markus Hesse von RuhrFutur. Der Leiter des Projekts Stipendienkultur Ruhr fügt hinzu: „Gleichzeitig möchten wir das Bewusstsein der Hochschulmitarbeitenden für das Thema Stipendien schärfen, denn die Erhöhung der Stipendienquote hängt auch sehr von ihrer Mitarbeit ab.“

Ergebnispräsentation (9,5MB)

Wie geht es nun weiter? Die Projektpartner*innen identifizieren gemeinsam Beispiele guter Praxis in der Stipendienberatung und bei Veranstaltungsformaten und organisieren einen hochschulübergreifenden Austausch zwischen den Mitarbeitenden der Beratungsstellen. Darüber hinaus stellen sie spezielle Informationen für Hochschullehrende bereit und sorgen für hochschulübergreifende Beratungsangebote.

Als zentralen Anlaufpunkt und Informationsplattform haben sie zudem die Webseite stipendienkultur.de entwickelt, die stetig aktualisiert und erweitert wird, viele Angebote für Stipendieninteressierte bereithält, aber auch für all jene, die Stipendiat*innen unterstützen möchten. Dort gibt es viele praktische Tipps, aber auch Erfahrungsberichte und natürlich Adressen und Links, etwa von Begabtenförderungswerken. Apropos: Eine weitere gemeinsame Aufgabe besteht darin, die Ansprache der Begabtenförderungswerke zu koordinieren. Die Zusammenarbeit ermöglicht es außerdem, die Stipendiendaten in der Region besser und strukturierter zu erfassen und auszuwerten.
Die Projektpartner*innen sind von den positiven Effekten fest überzeugt. Von einer Stärkung der Stipendienkultur durch ein umfassendes Maßnahmenpaket profitieren sowohl der Hochschulstandort als auch die gesamte Region: Gute Service- und Beratungsangebote und eine hohe Anzahl eingeworbener Stipendien machen die einzelne Hochschule und die Metropole Ruhr attraktiv für Studienbewerber*innen. Somit kann die Förderung einer Stipendienkultur das Image der Hochschulen und Hochschulstandorte positiv beeinflussen und insgesamt zu mehr Bildungsgerechtigkeit und Chancengleichheit im Ruhrgebiet beitragen.