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Eine Studentin schaut traurig auf ein Sparschein

Die größten Irrtümer über Stipendien

Stipendien – von dieser Förderung haben Sie sicherlich schon einmal gehört. Mit dem Begriff sind aber auch viele Vorstellungen verknüpft, die nicht immer stimmen. Höchste Zeit, sich damit auseinanderzusetzen! 

Irrtum 1

„Stipendien fördern nur extrem wenige Studierende. Da habe ich doch gar keine Chance.“

Falsch! Stiftungen nehmen unterschiedliche Zielgruppen in den Blick und wählen ihre Stipendiat*innen nach vielen verschiedenen Kriterien aus. Vielleicht sind ja genau Sie die Person, die in ein bestimmtes Stipendienprogramm passt. Es wäre schade, wenn Ihnen diese Chance entgehen würde.

Stipendienentwicklung für Studierende in den Jahren 2005 bis 2017 

Stipendienentwicklung

Irrtum 2

„Um ein Stipendium zu bekommen, brauche ich einen Schnitt von 1,0.“

Nein! Die meisten Stiftungen suchen Studierende mit guten und sehr guten Leistungen, aber nicht unbedingt mit einem Notenschnitt von 1,0. Für die großen Studienwerke zählen außerdem das Engagement und die Persönlichkeit der Bewerber*innen. Bei der Gewichtung der Kriterien setzen Förderer ihre eigenen Akzente.
Hinzu kommt, dass viele Stipendiengeber den Lebenskontext der Bewerber*innen berücksichtigen: Eine 2,5 wird anders gewertet, wenn Ihre Eltern Sie zum Beispiel auf Ihrem Bildungsweg wenig unterstützen konnten oder Sie zum Lebensunterhalt der Familie beitragen mussten. Die Stipendienlandschaft ist vielfältig– verschaffen Sie sich also einen guten Überblick über die Angebote und lassen Sie sich beraten.

 

Die Zahl 1,0

Irrtum 3

„Ich engagiere mich nicht in einem Verein. Dann brauche ich mich doch erst gar nicht um ein Stipendium zu bewerben.“

Falsch! Engagement hat viele Gesichter: Vielleicht haben Sie in der Schule unentgeltlich Nachhilfe gegeben oder die Interessen Ihrer Mitschüler*innen vertreten. Vielleicht engagieren Sie sich familiär sehr stark, indem Sie bei Besuchen von Ämtern dolmetschen oder Familienangehörige pflegen. All dies fällt ins Gewicht. Prüfen Sie daher die Auswahlkriterien der Stiftungen genau.

Irrtum 4

„Ein Stipendium bekommen nur Studierende mit Allgemeiner Hochschulreife.“

Nein! Die Art der Hochschulreife ist kein grundsätzliches Auswahlkriterium für Stiftungen. Aber auch hier gilt: Prüfen Sie die formalen Bewerbungsvoraussetzungen für jedes Stipendium genau.

Eine Uhr

Irrtum 5

„Für ein Stipendium kann ich mich erst im Studium bewerben.“

Nein! Für viele Stipendienprogramme können Sie sich schon vor Studienbeginn bewerben, für einige müssen Sie es sogar. Ansonsten gilt: Bewerben Sie sich am besten direkt im ersten Studienjahr, damit Sie möglichst lange von einer Förderung profitieren können.

Ein Student wirft mit Geld

Irrtum 6

„Ich brauche kein Stipendium, weil ich genug Geld fürs Studium habe.“

Das stellt sicher eine große Entlastung für Sie dar. Einige Stipendien fördern Studierende ausschließlich finanziell, es gibt aber auch Stipendien, die eine finanzielle und ideelle Förderung kombinieren oder die „nur“ ideell fördern. Ideell bedeutet zum Beispiel, dass Sie Zugang zu beruflichen und akademischen Netzwerken erhalten, Fachseminare sowie Veranstaltungen zu Schlüsselkompetenzen besuchen können. Die ideelle Förderung zahlt sich langfristig häufig stärker aus als die finanzielle Förderung. Noch ein Plus von Stipendien: Die finanzielle Förderung müssen Sie nicht zurückzahlen.

Irrtum 7

„Wenn eine Stiftung in mich investiert, muss ich mich bestimmt öffentlich als Stipendiat*in erkenntlich zeigen.“ 

Die meisten Stipendiat*innen fühlen sich der Stiftung, die sie lange und intensiv gefördert hat, stark verbunden. Sie engagieren sich deshalb gerne während der Förderung und später als Alumni oder Alumnae. Ein Stipendium verpflichtet Sie aber nicht dazu, Werbung für die Stiftung zu machen oder sie zum Beispiel in Ihrem Lebenslauf zu erwähnen.  

Zwei Figuren schütteln Hände