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Erfolgsgeschichten:
Studierende – Stipendien – Erfahrungen

Wir haben Stipendiat*innen an den Ruhrgebiets-Hochschulen interviewt, um herauszufinden, welche Erfahrungen sie auf dem Weg durchs Studium gemacht haben. Lesen Sie hier, wie die Geförderten es geschafft haben und wie sie vom Stipendium profitieren. 

Matthias

Informations- und Elektrotechnik, FH Dortmund, Stiftung Begabtenförderung berufliche Bildung

„Traut Euch! Habt den Mut, euch zu bewerben. Wie es so oft im Leben ist, führt nur etwas Risiko zum gewünschten Erfolg.“

Wie sind Sie auf die Möglichkeit der Studienförderung durch ein Stipendium aufmerksam geworden?
Auf das Thema Stipendium bin ich ca. ein halbes Jahr vor Beginn des Studiums gestoßen. Ich hatte mich nach mehrjähriger Berufstätigkeit und Weiterbildung zum Handwerksmeister gerade dafür entschieden, zu studieren. Für ein frisch verheiratetes junges Paar stellt der Beginn eines Studiums natürlich eine starke finanzielle Veränderung dar. Aus diesem Grund habe ich mich im Vorfeld über die Finanzierungsmöglichkeiten während des Studiums erkundigt. Der entscheidende Hinweis für das Stipendium der SBB fiel dann bei einem Telefonat mit der Stipendienberatung der FH Dortmund. Daraufhin habe ich mich ausführlich über die Bewerbungsvoraussetzungen für das Aufstiegsstipendium informiert. 

War Ihnen schon von vornherein bewusst, dass Sie alle Voraussetzungen für ein Stipendium mitbringen?
Zunächst habe ich das Gefühl gehabt, für das Stipendium nicht geeignet zu sein. Eine grundsätzliche Voraussetzung für eine Bewerbung bildet nämlich der Nachweis über eine besondere Leistungsfähigkeit in Ausbildung oder Beruf, zum Beispiel eine sehr gute Abschlussnote bei der Abschlussprüfung oder die erfolgreiche Teilnahme an einem Leistungswettbewerb. Dies traf jeweils auf mich nicht zu. 

Wie haben Sie es trotzdem geschafft?
Eine andere Möglichkeit, die Voraussetzung zu erfüllen, ist ein begründeter Vorschlag des Arbeitgebers. Weil ich zum damaligen Zeitpunkt ein sehr gutes Verhältnis zu meinem Arbeitgeber hatte und darüber hinaus im Unternehmen sehr engagiert war, konnte ich diese Möglichkeit nutzen und mich schließlich für das Aufstiegsstipendium bewerben. Rechtzeitig mit Beginn des Studiums habe ich dann die Zusage erhalten. Mir war jedoch stets bewusst, dass ich auch ohne die Zusage das Studium aufnehmen würde. Zur Sicherheit habe ich die BAföG-Förderung beantragt und mich auf eine berufliche Tätigkeit neben dem Studium eingestellt, um die Finanzierung unseres Lebensunterhaltes zu gewährleisten.

Was hat sich durch das Stipendium in Ihrem Leben/im Studium verändert?
Das Stipendium hat mir aus finanzieller Sicht ermöglicht, mich voll und ganz auf das Studium konzentrieren zu können. Gerade in den ersten beiden Semestern musste ich viele Defizite aufarbeiten, um die notwendigen Prüfungen bestehen zu können. Ob das Lernpensum ohne das Stipendium so möglich gewesen wäre, bezweifle ich stark. Ebenso war das Stipendium nach der Geburt meines ersten Kindes eine große Hilfe. Die Geburt hat unseren Familienalltag ziemlich durcheinandergewürfelt, sodass der Faktor Zeit in unserem Leben noch wichtiger wurde. Fortan war es meine Aufgabe, Studium und Familie unter einen Hut zu bekommen und mein Ziel nicht aus den Augen zu verlieren. Auch in dieser Zeit wäre ohne die finanzielle Stütze des Stipendiums vieles anders gelaufen.

Aber auch die ideelle Förderung, die bei der SBB aus diversen Seminaren, Werksbesichtigungen und weiteren Angeboten besteht, hat mir persönlich weitergeholfen.
Die Erkenntnisse eines Seminars zum wissenschaftlichen Schreiben konnte ich zum Beispiel sehr gut in meine Bachelor-Thesis integrieren. 

Sie geben Ihre Erfahrungen als Stipendienbotschafter weiter. Warum?
Seit gut zwei Jahren bin ich ehrenamtlich als Stipendienbotschafter für die SBB tätig. Mir ist bewusst, dass ein Stipendium ein großes Privileg ist und es nicht jedem Studierenden bereitgestellt werden kann. Ich bin sehr dankbar dafür und auf diesem Wege möchte ich persönlich etwas zurückgeben. Ich informiere Interessierte auf Stipendientagen rund um das Aufstiegsstipendium der SBB und stehe mit der Zentralen Studienberatung in Kontakt, sodass dortige Anfragen an mich weitergeleitet werden können. Der Kontakt zu potenziellen Bewerbern macht mir viel Spaß und es ist ein schönes Gefühl, den Interessierten die ersten Hemmungen vor einer Bewerbung zu nehmen und sie zu motivieren. Meine eigenen Erfahrungen als Stipendiat sind dabei sehr hilfreich.

Welche Tipps würden Sie Schüler*innen und Studierenden geben, die sich für ein Stipendium interessieren?
Frei nach dem Motto „Traut euch!“. Es kostet nichts, sich über die Fördermöglichkeiten und Bewerbungsvoraussetzungen der vielen verschiedenen Stipendienwerke zu informieren. Ich denke, jeder Einzelne hat grundsätzlich die Möglichkeit, ein Stipendium zu erhalten. Natürlich sind einige Hürden zu nehmen, es wird einem halt nichts geschenkt. Deswegen ist es umso wichtiger, alle Informationsmöglichkeiten, die angeboten werden, ausgiebig zu nutzen. Sei es das Internet, aber auch Stipendientage wie die der Fachhochschule Dortmund oder die Studienberatung bei der eigenen oder zukünftigen Hochschule. In dem Rahmen könnt ihr euch zum Beispiel bei Schreibberatungen mit dem Motivationsschreiben helfen lassen. Habt den Mut, euch zu bewerben. Wie es so oft ist im Leben, führt nur etwas Risiko zum gewünschten Erfolg.

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