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StipStip Hurra

StipStip Hurra

12 Februar 2020
Eine Mischung aus Kontaktmesse und Infonachmittag ist die Veranstaltung „Stip Stip Hurra“ der Universität Duisburg-Essen (UDE): Da plaudern Stipendiat*innen der großen Förderungswerke aus dem Nähkästchen und Studierende können sich zwanglos über ein Stipendium informieren

Kommt ein Stipendium für mich infrage oder nicht? Bin ich überhaupt gut genug, um mich zu bewerben? Bei diesen und ähnlichen Fragen helfen Gespräche unter Gleichgesinnten am besten weiter. Eine Mischung aus Kontaktmesse und Infonachmittag ist die Veranstaltung „Stip Stip Hurra“ der Universität Duisburg-Essen (UDE): Da plaudern Stipendiat*innen der großen Förderungswerke aus dem Nähkästchen und Studierende können sich zwanglos über ein Stipendium informieren. Hier ein kleiner Rückblick auf die Veranstaltung am 4. Dezember 2019.

Wer sich für ein Stipendium bewerben möchte, sollte sich zuallererst gut informieren. Daher startet der Nachmittag mit einer Kurzpräsentation im Plenum. In klaren Worten erläutert Prorektorin Prof. Dr. Barbara Buchenau die Vorteile eines Stipendiums sowie die Voraussetzungen und das Prozedere einer Bewerbung. Dann bittet sie zwei Gäste zu sich: Prof. Dr. Ute Klammer, Alumna und Vertrauensdozentin der Hans-Böckler-Stiftung, und Pascal Jaculy, Stipendiat der Studienstiftung. Beide schildern aus unterschiedlichen Perspektiven ihre persönlichen Erfahrungen im Bewerbungsprozess. Praxisnah und authentisch geht es auch im zweiten Teil der Veranstaltung weiter, bei dem die Besucher*innen sich nach eigenem Interesse an den Messeständen informieren.

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„Unser Ziel ist es, Studierende erst einmal dafür zu sensibilisieren, dass ein Stipendium für sie interessant sein könnte“, sagt Jina Joseph Vazhavelil vom Akademischen Beratungs-Zentrum der UDE. Die Organisatorin von Stip Stip Hurra möchte Schwellenängste abbauen: „Viele Studierende haben große Hemmungen, sich um ein Stipendium zu bewerben. Sie wissen häufig nicht, wie sie mit Informationen umgehen sollen, die sie beim Googeln zum Thema Stipendium erhalten.“ Mit der Veranstaltung setze man daher bewusst auf ein niederschwelliges Angebot in lockerer Atmosphäre. 

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Gespräche auf Augenhöhe

Kommunikation unter Gleichgesinnten auf Augenhöhe – so lässt sich das Konzept von Stip Stip Hurra auf den Punkt bringen. An Ständen von Förderungswerken berichten deren Stipendiat*innen – allesamt selbst noch Studierende – von ihren Erfahrungen im Bewerbungsprozess und während des Stipendiums. Besucher Alex Kürkciyan findet diesen Ansatz gut: „Da die Vertreterinnen und Vertreter der Stipendiengeber ungefähr in unserem Alter sind, ist man im Gespräch viel offener und lockerer. Für mich persönlich kommen drei Stipendiengeber infrage, bei denen ich mich jetzt bewerben werde.“

Auch Helena Schönrade schlendert an diesem Adventsmittwoch von Stand zu Stand: „Ich möchte hier für mich schauen, welche Förderungswerke es insgesamt gibt, welche interessant sind und zu mir passen. Außerdem möchte ich einen Überblick bezüglich der Bewerbung und der Voraussetzungen bekommen. Es gibt hier sehr viele Informationen zu den einzelnen Förderungswerken.“

Vorurteile abbauen

Zehn Förderungswerke präsentieren sich in der Aula des Seminargebäudes an der Duisburger Geibelstraße. Die Stipendiengeber haben sich sichtlich Mühe gegeben: Schälchen mit Mandarinen und Gebäck – teils selbstgebacken! – schaffen eine behagliche, vorweihnachtliche Atmosphäre. Informationsmaterial wie Flyer und Poster gibt es natürlich auch. Offen und zugewandt geben sich die jungen Stipendiat*innen, die den Studierenden Rede und Antwort stehen. Eine von ihnen ist Beata Scheychon, Stipendiatin der Konrad-Adenauer-Stiftung. „Ich habe den Eindruck, dass die Studierenden interessiert sind; sie stellen viele Fragen“, sagt die junge Frau. „Ich bemerke aber auch eine Art Ahnungslosigkeit und das Gefühl, dass ein Stipendium nur für Studierende mit sehr guten Noten in Frage kommt.“ Diesem Vorurteil möchte sie entgegenwirken.

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Das scheint zu gelingen, wenn man den Stimmen von Besucher*innen glauben darf. Zum Beispiel Oliver Hamann, der sich bei der Veranstaltung über die Anforderungen der Förderungswerke an potenzielle Stipendiat*innen informiert: „Die Chancen, ein Stipendium zu erlangen, sind größer, als ich erwartet habe“, stellt der Student erfreut fest. „Soziales Engagement gepaart mit einem mittleren Einser-Schnitt können durchaus für eine erfolgreiche Bewerbung reichen.“ Die Messe sei gut organisiert und alle relevanten Stiftungen seien vertreten, lobt der junge Mann, allerdings sei noch Platz für weitere Interessenten.

Organisatorin Jina Joseph Vazhavelil gibt dem Studenten recht: Auf 70 bis 100 junge Menschen schätzt sie die Zahl der Besucher*innen der zweistündigen Veranstaltung – und das, obwohl alle Studierenden der UDE per Mail informiert wurden und die Messe zudem über die Medien der Universität, das Lehrpersonal und die Talentscouts beworben wurde. „Wie viele Interessenten kommen, hängt von verschiedenen Faktoren ab, zum Beispiel von Prüfungsphasen und Klausurterminen“, weiß die wissenschaftliche Mitarbeiterin der UDE. Zweimal im Jahr – im Sommer- sowie im Wintersemester – lädt die Hochschule zu dieser Veranstaltung ein. 

Stipendium für die Promotion

Auch wenn bei den Besucherzahlen noch Luft nach oben ist: Wer sich auf den Weg gemacht hat, geht zufrieden nach Hause. „Von den vielen verschiedenen Stipendiengebern, die vertreten sind, konnte ich Informationen, Flyer und Kontaktdaten mitnehmen“, berichtet Sascha Mangliers. Er spielt mit dem Gedanken an eine Promotion und sucht dafür auf der Messe nach Finanzierungsmöglichkeiten. „Darüber hinaus konnte ich einige Stiftungen als ‚heiße Kandidaten‘ herausfiltern und andere ausschließen. Daher bin ich mit dem Verlauf der Veranstaltung sehr zufrieden.“ Von Stip Stip Hurra hat der Student durch das Akademische Beratungs-Zentrum der UDE erfahren, das auf der Messe mit einem eigenen Stand vertreten ist, um Fragen rund ums Studium und Stipendium zu beantworten.

Das Akademische Auslandsamt der Hochschule ist ebenfalls präsent und hilft zum Beispiel dann weiter, wenn es um die spezielle Situation geflüchteter Studierender geht. An einem weiteren Stand informieren ehrenamtlich tätige Studierende der Initiative „arbeiterkind.de“; sie unterstützen ihre Kommiliton*innen bei der Bewerbung um ein Stipendium und beantworten allgemeine Fragen. Gut besucht ist auch der Messestand, bei dem Studierende sich über das Deutschlandstipendium informieren können. „Ist das wirklich unabhängig vom Einkommen?“, fragt eine junge Frau. Sie erfährt, dass die Förderung in der Tat einkommensunabhängig vergeben wird und zusätzlich zum BAföG bezogen werden kann.

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Bewerben lohnt sich!

Einige Gespräche verlaufen so intensiv, dass die Zeit wie im Flug vergeht. Hier und dort tauschen Besucher*innen und Stipendiat*innen ihre Kontaktdaten aus, um nach der Veranstaltung den Dialog fortzusetzen. Der erste Schritt ist nun getan und die Marschrichtung deutlich klarer als zuvor. Das Fazit von Helena Schönrade beim Verlassen der Aula spricht vielen aus dem Herzen: „Meine Erkenntnis ist, dass es sich immer lohnt, sich zu bewerben.“