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Warum brauchen wir eine neue Stipendienkultur Ruhr?

Das Ruhrgebiet weist eine hohe Zahl von Studierenden aus Nichtakademikerfamilien auf, die ihren Lebensunterhalt vielfach über Nebenjobs finanzieren. Diese Nebentätigkeiten haben nur selten thematisch mit dem wissenschaftlichen Studium zu tun und nehmen viel Zeit in Anspruch. Diese Zeit, die Studierende in ihre Nebentätigkeit investieren, wirkt sich zwar kaum negativ auf den Studienerfolg aus, jedoch brauchen Studierende mit einem Nebenjob häufig länger, um ihr Studium abzuschließen. Das geht aus einer aktuellen Analyse des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung hervor.

Aus diesem Grund ist die Frage der Finanzierung ein sehr wichtiger Faktor für den Erfolg im Studium. Eine Lösung stellt die Förderung durch ein Stipendium dar. Die Vorteile liegen zum einen darin, dass es eine finanzielle Unterstützung gibt, die nicht zurückgezahlt werden muss; zum anderen wird eine ideelle Förderung geboten, die es Studierenden erleichtert, ihre fachübergreifenden wissenschaftlichen Kompetenzen auszubauen. 

Trotz des hohen Anteils an Erstakademiker*innen im Ruhrgebiet bewerben sich diese verhältnismäßig selten für ein Stipendium. Der Aufbau einer Stipendienkultur im Ruhrgebiet soll dazu beitragen, das Thema Stipendium im Uni-Alltag der Studierenden und der Hochschullehrenden bzw. der Hochschulmitarbeiter*innen fest zu verankern. Es soll zu einer Selbstverständlichkeit werden, sich als Studierende*r über Stipendien zu informieren.  

Warum brauchen wir eine neue Stipendienkultur Ruhr?

    Die häufigsten Gründe für eine ausgebliebene Bewerbung

    Studierende im Ruhrgebiet haben vielfach Vorbehalte gegenüber Stipendien, die sie davon abhalten, sich bei einem Förderungswerk zu bewerben. Zu den gängigsten Vorurteilen zählen Argumente wie „Meine ehrenamtliche Tätigkeit reicht für eine Stipendienbewerbung nicht aus“, „Ich bin Erstakademiker*in“, „Ich gehöre nicht zum Stipendienkreis“ oder „Ich habe keine guten Noten“. Das bestätigt auch die Allensbach Umfrage aus dem Jahre 2011: 39 Prozent der befragten Studierenden hielten ihre Noten nicht für gut genug und 30 Prozent empfanden den Bewerbungsaufwand als sehr aufwändig. Daraus lässt sich ableiten, dass Studierende es eher bevorzugen, Finanzierungsmöglichkeiten wie BAföG oder Darlehen wahrzunehmen oder Nebentätigkeiten auszuüben.  

    Um Vorurteile wie diese abzubauen, sollten Studierende besser über die Möglichkeiten eines Stipendiums informiert werden. Sie als Hochschulmitarbeiter*in bzw. als Hochschullehrer*in können dazu auf vielfältige Weise und in unterschiedlicher Intensität mitwirken. 

    Wie Sie die Stipendienkultur unterstützen können

    Wie Sie die Stipendienkultur unterstützen können

    Die Stipendienwelt ist für viele Interessenten erst mal unübersichtlich. Bei der Recherche im Internet werden Ratsuchende oftmals von der Informationsflut erschlagen. Zahlreiche Stiftungen präsentieren sich auf eigenen Internetseiten; sie verfolgen unterschiedliche Interessen und stellen folglich unterschiedliche Anforderungen an die Bewerber*innen. 

    Als Hochschulmitarbeiter*in haben Sie die Möglichkeit, Studierende im Orientierungsprozess zu unterstützen. Sie sind im direkten Kontakt mit ihnen und können sie im Seminar, in der Vorlesung, in der Einführungswoche oder bei der Beratung auf die Fördermöglichkeit „Stipendium“ aufmerksam machen. 
     

    Tipps für Hochschullehrende:

    Sie können die Studierenden in den Einführungswochen auf die Förderungsmöglichkeit „Stipendium“ aufmerksam machen, indem Sie ihnen in einem Kurzvortrag von ca. fünf bis zehn Minuten die Wege zu einem Stipendium vorstellen. 

    Wenn der Vortrag von jemandem gehalten werden soll, der das Projekt Stipendienkultur an Ihrer Hochschule vertritt, können Sie sich an die jeweilige Ansprechperson wenden.

    Verweisen Sie auf die Stipendienseite Ihrer Hochschule und auf die Internetseite www.stipendienkultur.de und motivieren Sie die Studierenden, diese Angebote zu nutzen. Machen Sie auf die Terminübersicht aller beteiligten Hochschulen im Internetportal von Stipendienkultur Ruhr aufmerksam. . Auch hier erhalten Stipendieninteressierte Tipps für die Bewerbung. 

    Informieren Sie über die Beratungsmöglichkeiten Ihrer Hochschule und weiterer Institutionen, die Unterstützung im Bewerbungsprozess anbieten: 

    • Beratungseinrichtungen wie Career Service, Schreibwerkstatt, Stipendienberatung, Arbeiterkind.de, Zentrale Studienberatung, Akademisches Auslandsamt usw.
    • Stipendienberater*in innerhalb der Fakultät 
    • Vertrauensdozent*innen 
    • Workshops
    • Informationsveranstaltungen zum Thema Stipendium

    Nutzen Sie Ihr Vorschlagsrecht! 

    Tauschen Sie sich mit Vertrauensdozent*innen Ihrer Hochschule aus, lernen Sie die Kolleg*innen aus anderen Stiftungen kennen und vernetzen Sie sich. 

    Tipps für Hochschulmitarbeiter*innen

    Als Hochschulmitarbeiter*in können Sie das Thema Stipendium mit wenig Zeitaufwand in Ihrer Einrichtung bekannter machen:

    • Fügen Sie einen Infokasten über Stipendien auf Ihrer Internetseite ein und verlinken sie diesen auf die Stipendienseite Ihrer Hochschule. 
    • Informieren Sie sich über die Workshop-Angebote Ihrer Hochschule im Rahmen des Stipendienprojekts und kommunizieren Sie diese weiter. 
    • Legen Sie Infoflyer aus oder laden Sie Info-PDFs (siehe Downloadbereich) auf Ihrer Seite hoch, auf die Studierende zugreifen können.

    Tipps für Hochschulmitarbeiter*innen