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Mit über 30 und mit Kind Stipendiat werden – geht das?

4. Oktober 2021
Jens Terbrack ist seit 2018 Stipendiat des katholischen Cusanuswerks. Bereits während seines Bachelor-Studiums der Sozialen Arbeit an der Fachhochschule Münster erhielt er ein Stipendium der Bischöflichen Studienförderung. Heute studiert Jens an der Fachhochschule Dortmund im Master Soziale Nachhaltigkeit und demographischer Wandel. Das Stipendium bietet Jens finanzielle Planungssicherheit und lässt ihn persönlich weiterkommen.

Mein Stipendium hilft mir enorm: Ich erhalte jeden Monat 800 Euro und, da ich zweifacher Familienvater bin, einen Kinderzuschlag. So kann ich mich besser aufs Studium zu konzentrieren. Die Bewerbungsunterlagen zusammenzustellen war zunächst aufwendig: Ich benötigte einen ausformulierten Lebenslauf mit 1.200 Wörtern, zwei Gutachten von Dozent*innen und ein Gutachten eines Mitarbeiters der Katholischen Hochschulgemeinschaft. Nachdem die Unterlagen von der Stiftung geprüft wurden, wurde ich zu einem Bewerbungsgespräch eingeladen. Schreckt davor aber keinesfalls zurück, ein Stipendium zahlt sich nämlich aus! Ich erfüllte mehrere Kriterien, die mir die Aufnahme in das Stipendienprogramm des Cusanuswerks ermöglichten. Die erste Voraussetzung ist die Zugehörigkeit zur katholischen Kirche. In meinen ersten Semestern im Bachelor hatte ich gute Leistungen erbracht und mich darüber hinaus als Elternvertreter in der KiTa meiner Kinder sozial engagiert – für den Stipendiengeber sind dies wichtige Auswahlkriterien. Als „Arbeitersohn“ und gelernter Hotelfachmann ohne Abitur stach ich zudem als Bildungsaufsteiger unter den anderen Bewerber*innen heraus.   

Mein Erstwunsch – ein Teilzeit-Studiengang in Münster – war leider nicht förderfähig. Der Vollzeit-Master in Dortmund stellte für mich daher eine sinnvolle Alternative dar. Die Umstellung des Studienbetriebs auf den Onlinemodus erleichtert es mir sogar, mein Vollzeit-Studium in Dortmund mit meinem Familienleben in Münster zu kombinieren. Insbesondere während der Pandemie wussten ich und meine Familie die finanzielle Absicherung und Planbarkeit durch das Stipendium sehr zu schätzen. 

Mit dem Master-Studium strebe ich an, mein fachliches und methodisches Repertoire zu erweitern. Gerade der demografische Wandel stellt die Gesellschaft vor neue Herausforderungen und wird auch zukünftig in der Sozialen Arbeit einen wichtigen Stellenwert haben. Im Rahmen meines Stipendiums kann ich an Ferienakademien, Fachtagungen und religiösen Veranstaltungen teilnehmen und mich natürlich mit anderen Stipendiat*innen austauschen. Bereits während des Studiums werde ich so bei meiner beruflichen Orientierung gefördert. 

Während meiner Schulzeit gehörte ich immer eher zu den schlechteren Schülern. Die Aufnahme in die Studienförderung des Cusanuswerks hat mich persönlich sehr gestärkt und mir gezeigt, dass mein später Weg ins Studium richtig war. Es ist also nicht nur die finanzielle Entlastung, sondern auch ein tolles Gefühl sagen zu können: „Ich bin ein Cusaner!“

Meine Tipps an euch: Sicherlich ist eine Bewerbung anstrengend, aber diese Zeit solltet ihr investieren. Es gibt viele verschieden Stipendien, so dass man ein passendes Förderprogramm finden kann, mit dem man sich identifiziert. Manchmal gibt es weniger Bewerbungen als Stipendien, so dass nicht alle Stipendien vergeben werden. Daher scheut euch nicht, eine Bewerbung abzuschicken! Geht am besten in die Beratung eurer Hochschule, um über eure Möglichkeiten zu sprechen.  

Weitere Informationen:

Bild: privat