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Erfahrungsbericht
Oxford

Vom Ruhrgebiet nach Oxford - Interview mit Laura Klüner

17 Juni 2020
Mein Name ist Laura Klüner, ich bin derzeit 25 Jahre alt und Rhodes Stipendiatin an der Universität Oxford. Ich arbeite seit Oktober 2019 an meiner zweiten Promotion (DPhil) im Bereich kardiovaskulärer Bildgebung. In meinem Projekt versuche ich neue AI (artificial intelligence)-basierte Biomarker zu entwickeln, um anhand von CT-Bildgebung vom Herzen frühzeitig das Risiko von Herzinfarkten bestimmen zu können. Während meines Medizin- und Physikstudiums an der Ruhr-Universität Bochum bin ich von der Stiftung der deutschen Wirtschaft (sdw) gefördert worden.

Laura, wie hast du vom Rhodes Stipendium erfahren?

Ich habe mich im Internet über potenzielle Auslandsförderungen für den PhD/DPhil informiert und bin dabei auf das Rhodes Stipendium aufmerksam geworden.

Was hat dich motiviert, dich für das Stipendium zu bewerben?

Das Rhodes Stipendium ist eines der ältesten Stipendien der Welt, das Studienaufhalte von zwei bis drei Jahren in Oxford für Studierende aus der ganzen Welt fördert. Hier treffe ich nicht nur auf Menschen mit großem akademischem Potential, sondern man wird auch Teil einer einzigartigen Gemeinschaft. 
Oxford ist eine der weltweit führenden Institutionen, insbesondere im Bereich der Medizin wurde Oxford zum neunten Mal in Folge als weltbeste Institution ausgezeichnet.
Die akademische Ausbildung dort ist nicht nur exzellent, sie eröffnet zudem Möglichkeiten, sich persönlich weiterzuentwickeln und Verantwortung für die Gesellschaft zu übernehmen.

Welche Möglichkeiten eröffnen sich durch das Stipendium für Dich? 

Neben der rein finanziellen Förderung für ein Studium im Ausland bietet mir das Rhodes Stipendium ein unvergleichbares Netzwerk mit faszinierenden Menschen. Die Stipendiat*innen kommen aus der ganzen Welt mit verschiedenen Hintergründen und Interessen. Während meiner Zeit als Rhodes-Stipendiatin wird mir immer wieder neu bewusst, wie wichtig es ist, Probleme gemeinsam anzugehen und viele unterschiedliche Perspektiven miteinzubeziehen. Die Welt braucht keine Einzelkämpfer, sondern Teamplayer. 

Gibt es eine besonders spannende oder schöne Erfahrung, die Du aufgrund deines Stipendiums machen durftest? 

Die spannendste Erfahrung für mich in Oxford ist immer wieder, zahlreiche Student*innen und Stipendiat*innen aus so vielen unterschiedlichen Fachrichtungen, Ländern und kulturellen Hintergründen kennen zu lernen. Man hinterfragt seine eigenen Perspektiven und Ansichten und entwickelt sich dadurch selbst immer weiter.
Das Besondere am Rhodes-Stipendium ist, dass man durch verschiedenste Projekte immer wieder „über den Tellerrand“ hinausblicken darf. Ich habe in den letzten Trimestern beispielsweise im Rhodes Incubator zu Themen mit social impact mitgearbeitet. Des Weiteren besteht die Möglichkeit, jedes Jahr an von Stipendiat*innen organisierten Reisen – beispielsweise nach China – teilzunehmen und dort viel über die Kultur und Politik zu erfahren. 
 

Laura Klüner

Was bedeutet die ideelle Förderung für dich und welche Angebote kannst Du nutzen?

Die ideelle Förderung bietet die Möglichkeit mit außergewöhnlichen Persönlichkeiten in Kontakt zu kommen. Ich bin Teil einer globalen Community und habe die Chance Skills zu lernen, die ich nach meiner Zeit in Oxford immer werde nutzen können.
Es gibt eine Vielzahl sowohl von Veranstaltungen vom Rhodes House (Dinner, Vorträge, Foren), als auch von Projekten, die von Stipendiat*innen selbst organisiert werden (Rhodes artificial intelligence lab, Rhodes Incubator, Rhodes Open Mic Night und viele weitere).
Durch die Vielzahl an unterschiedlichen Projekten arbeite ich mit Stipendiaten aus der ganzen Welt zusammen an spannenden Themen. Es bilden sich während dieser Zeit viele neue Freundschaften, die auch noch weit über die Zeit in Oxford bestehen bleiben werden. 

Welche Tipps hast Du für Bewerber*innen für das Auswahlverfahren?

Ich empfehle allen Bewerber*innen vor der Bewerbung noch einmal zu reflektieren, aus welchen Gründen man sich speziell für das Rhodes Stipendium bewerben möchte. Es gibt nicht die oder den typische/n Rhodes-Stipendiatin oder -Stipendiaten, der oder dem man nacheifern kann. Vielmehr geht es darum, dass man aufgeschlossen ist, sich und seine Ziele im Leben gut reflektieren kann, um später der Gesellschaft etwas zurückgeben zu können.

Und was möchtest Du Stipendieninteressierten im Ruhrgebiet mit auf den Weg geben?  

Es ist alles machbar, wenn man nur an sich selbst glaubt!